Auf den Spuren der Content-Strategie in Wien

Das neue Jahr ist noch frisch und genau so starteten wir unser erstes Studiumspräsenzwochenende in der Bundeshauptstadt.

Im Grunde ist es ganz praktisch und schnell, in die U4 zu hüpfen und keine 200 km für eine Lehrveranstaltung zurücklegen zu müssen. Allerdings habe ich dann doch die Bahnfahrt vermisst, das Schlafen im Kloster und einen Absacker in der Grazer Innenstadt. Kulinarisch fehlte es uns an diesem Wiener Wochenende jedenfalls an nichts, aber dazu später mehr.

17 Minuten ins Contenthauptquartier von Vice und Digital Affairs

Den Freitag verbrachten wir im Konzern der Medienmarke Vice. Vice CEE ist eines der größten Agenturnetzwerke Österreichs und dementsprechend beeindruckend ist das Bürogebäude Nähe Schwarzenbergplatz. Unumstritten ist der Konzern ein Spezialist in Sachen Contentproduktion und somit ist es kaum verwunderlich, dass sich in den vielen Stockwerken auch Produktionsküchen für reichlich Foodcontent befinden. Stefan Häckel, Geschäftsführer von Vice CEE, begrüßte uns und plauderte in gewohnt lockerer Manier mit uns.

Die Mediengruppe übernahm 2014 Anteile der Social-Media-Agentur Digital Affairs und so kam es, dass uns Geschäftsführerin Judith Denkmayr und ihr Team mit großartigen Strategiebeispielen aus der Praxis versorgten, die wir alle am nachfolgenden Tag noch in unseren Köpfen hatten. Markus Lust, Chefredakteur von Vice Alps, schaute ebenfalls einen Sprung vorbei und gab weitere interessante Insights an uns weiter.

Es ließ sich gut aushalten bei Vice. Der helle Meetingraum – liebevoll „Halle“ genannt – bot genug Platz und Brötchen, Wraps, Süßes, Getränke gab’s satt.

Den lehrreichen Nachmittag, die tollen Eindrücke und die fabelhafte Organisation haben wir unserer lieben Studienkollegin Carmen zu verdanken. Sie war „definitiver Guide zur Erleuchtung“ der COS14-Studierenden.

7 Minuten zur Virtual Identity

Am Samstag fanden wir uns in der Schönbrunner Schloßstraße bei vi knallgrau ein. Genau genommen ist die deutsche Agentur Virtual Identity seit einigen Jahren Mehrheitseigentümer von vi knallgrau.

Rund 55 Mitarbeiter/-innen arbeiten am Wiener Standort. Das Team setzt sich aus digitalen Fachleuten zusammen und ein hohes Maß an betriebswirtschaftlichem Know-how bildet das Fundament der erfolgreichen Full-Service-Online-Agentur. Gleichermaßen wurden wir in der Agentur verwöhnt und zu Mittag wartete ein leckeres Buffet auf uns.

Dieter Rappold, Managing Director, begleitete uns den ganzen Tag über und weihte uns sogar in die Unternehmenskultur ein. Tägliches gemeinsames Kochen ist besonders wichtig für die DNA von knallgrau und er verriet uns, dass schon mal selbst gemachte Kärntner Buchteln das gesamte Agenturherz zum Schmelzen brachten.

Die Lehrveranstaltung bei knallgrau stand im Zeichen von Strategiemodellen, die nicht nur unsere Zeichenkünste forderten. Strategische Modelle sind gute Anhaltspunkte und Instrumente, die Handlungsempfehlungen geben und entsprechende Handlungsoptionen klar darstellen. Darüber hinaus zeigen sie Risiken, Chancen und Einflusskriterien auf und machen so Auswirkungen von Entscheidungen deutlich.

Die stete Kritik an diesen Modellen ist für mich nachvollziehbar und ich finde sie besonders wichtig. Welche Art des Modells letztendlich sinnvoll für die Anwendung, beispielsweise im Fall der Content-Strategie, ist und auch eine relevante Aussage liefern kann, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Empfehlungen sind nicht immer wertfrei und oft ethisch-ideologisch geprägt oder Modelle vereinfachen die Komplexität der Praxis und beleuchten nicht alle Aspekte. Wie auch immer.

Abschließend präsentierte Dieter Rappold noch die Arbeit von vi knallgrau und verschaffte uns tiefe Einblicke in die Projekte des Unternehmens. Über die Pläne der Agentur und ihrer Kunden darf ich hier nicht berichten und somit bleibt ein Teil der Strategie hinter den Mauern der ehemaligen Seifenfabrik.