Lieber Staub aufwirbeln als Staub ansetzen

Die letzten Wochen einer Abschlussarbeit können quälend sein. Warme Temperaturen und herrliches Sommerwetter sind beinahe unbezwingbare Gegner im Kampf gegen das Motivationstief. Das Reality-Format „Miss Missmutig“ läuft in Endlosschleife.

Please use extreme caution when bothering this species!

Jeder Tag gleicht dem anderen. Äquinoktium. Tage und Nächte sind gleich lang.

Zum Glück geht die Selbstmotivation mit dem Belohnungssystem einher und die Verdoppelung von täglichen Eisrationen bewirkt wahre Wunder. Ansonsten hilft noch das Aufsagen von Mantras: „Die Studienzeit ist etwas ganz Besonderes. Davor und danach. Die Studienzeit ist etwas ganz Besonderes. Davor und danach. “

Wie auch immer. Ich habe die Arbeit rechtzeitig abgegeben und Ende Juli die mündliche Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt. Die Mühsal des Lebens ist überstanden.

Erleuchtet und was jetzt?

Staub angesetzt hat meine Abschlussarbeit noch nicht. Und in der Schublade ist sie schon gar nicht verschwunden. Das Thema meiner Masterarbeit hat mir viel Spaß gemacht und aus diesem Grund werde ich mich wohl noch länger mit den gewonnenen Erkenntnissen beschäftigen.

Neben Usability-Tests, einem ausführlichen Audit usw. führte ich ExpertInneninterviews durch, um Prozesse in Start-ups besser rekonstruieren zu können. Für die Beantwortung meiner Forschungsfragen wurden ExpertInnen in Start-up-Unternehmen zu ihrem strategischen Zugang zu Inhalten befragt. Die qualitative Inhaltsanalyse (Mayring) ermöglichte mir, eine systematische Extraktion der relevanten Informationen vorzunehmen und diese anhand von Kategorien, Codierungen und Interpretationen zu diskutieren. Ebenfalls taten sich neue Forschungslücken auf, die ich als weiterführende Fragestellungen formulierte. Wie man das halt so macht.

Auf jeden Fall möchte ich in der nächsten Zeit eine Zusammenfassung der Interviews veröffentlichen, denn die Strategien der ExpertInnen sind richtungsweisend für die gesamte Start-up-Branche und ihr Praxis-Know-how sollte geteilt werden. Dass ich gerne mit Menschen rede, ist kein großes Geheimnis und sicherlich mit ein Grund, weshalb mir gerade dieser Arbeitsabschnitt so viel Spaß gemacht hat.

Was ich schon vorausschicken kann: Je abstrakter das Erzeugnis oder die Dienstleistung, desto wichtiger die Botschaft. Sie ist oft der einzige Berührungspunkt, den KundInnen haben, wenn es kein Produkt zum Anfassen gibt.